A Travellerspoint blog

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Livingston

Guatemala

sunny 28 °C

Es fiel uns trotz der grauen Gewitterwolken und des unruhigen Meeres eher schwer, Caye Caulker zu verlassen. Aber hinter dem naechsten Meer koennte ja das naechste Paradies stecken, daher volle Fahrt voraus! Hat dann nicht so toll geklappt: Motorschaden auf der halben Strecke nach Belize City. Kamen somit in den Genuss, zwischen Mangroven das Boot zu wechseln.

In Belize City sind wir so schnell wie uns die Beine mit den grossen Rucksaecken tragen konnten zum Busbahnhof gelaufen. Nach all den Geschichten die uns ueber diese Stadt erzaehlt worden waren.. Tatsaechlich faulen dort die Holzhaeuser und alles andere auch vor sich hin, es stinkt und im Buergersteig tun sich metertiefe Loecher auf. Kanaele ziehen wie offene Kloaken durch die Stadt, jeder schmeisst da seinen Muell rein und es ist egal. Ausserdem kreisen zwielichtige junge Maenner auf Fahrraedern herum und ihre viel zu teure Kleidung verraet, womit sie bestimmt nicht ihr Geld verdienen. Der Busbahnhof ist nichts weiter als ein Sandplatz, der mit Maschendraht umzaeunt ist und auf dem traurige alte amerikanische Schulbusse stehen. Und damit werden wir jetzt 6 Stunden durchs Land fahren. Kein Vergleich zu den neuen, klimatisierten Reisebussen die uns durch Mexiko gebracht haben. Auch die Strasse scheint ihre Tuecken zu haben (obwohl sie aussieht wie eine normale Landstrasse die aber Highway genannt wird), denn wir passieren alle 30 Minuten einen grossen LKW, der auf der Seite im Strassengraben liegt. Ist wahrscheinlich zu schnell gefahren.

Fuer Unterhaltung ist gesorgt: Berti erzaehlt uns waehrend der gesamten Fahrt ohne eine Minute aufzuhoeren von Belize und dessen Problemen. So erfahren wir von den verschiedenen Bevoelkerungsgruppen (Kreolen, Garifuna, Maya, Mexikaner, Guatemalier, Chinesen) die sich untereinander bekriegen (den Chinesen scheint uebrigens jeder Supermarkt zu gehoeren), von den Banden und dem Drogenschmuggel im ganzen Land, den Hurricanes die von Juni bis November das Land lahmlegen. Ausserdem kennen wir (nach 10 Minuten) seine komplette Familiengeschichte und auch, dass er 7 Mal nachts pinkeln muss. Aber seine Diabetesmedikation nimmt er schon lange nicht mehr.

In der Zwischenzeit durchqueren wir Huegel mit dichten Urwald, kommen kaum an menschlichen Siedlungen vorbei. Nach einer halben Ewigkeit haben wir Punta Gorda erreicht, von hier wollen wir mit der Faehre nach Guatemala uebersetzen. Ja, wenn´s denn eine Faehre gaebe. Stattdessen wartet ein kleines Motorboot auf uns. Yasmine, ich und das Paaerchen aus Israel (= Ben und Yasmine2) mit dem wir seit Tulum zusammenreisen, sowie ein Garifuna sind die einzigen Passagiere. Und schon geht es los ueber das dunkelblaue Meer, hoch die Wellenkaemme dass die Gischt zischt, uns ins Gesicht schlaegt, dann im Sturzflug wieder runter ins Tal. Ganz schoen mies fuer die Wirbelsaeule, macht aber Spass. Anstatt direkt nach Livingston ueberzusetzen muessen wir in Punta Barrios anhalten um uns den Guatemala-Stempel in den Pass druecken lassen. Danach geht's an der Kueste entlang zum ersehnten Uebernachtungsort. Wir haben Ausblick auf das Dickicht am Ufer, wo grosse Voegel ueber die Baumkronen ziehen. Pelikane haben sich einen Baum ausgesucht und zieren ihn wie Weihnachtskugeln.

In Livingston angekommen werden wir von den lokalen Dealern umzingelt, die uns zu unserem Hostel fuehren und dabei was verkaufen wollen. Dankend ablehnend, kommen wir am Hotel Rio Dulce an, einem hoelzernen doppelstoeckigen Haus mit breiter Balustrade zur Strasse hin. Dort laesst es sich in der Haengematte sehr gut aushalten.

Am naechsten Tag suchen wir den Strand auf und sind etwas enttaeuscht, denn statt des weissen Sandes den wir mittlerweile gewohnt sind ist hier nur ein matschgelbes Stueckchen vor einem wenig Meer, in das die Kanalisation (oder besser, der Abwassergraben) ungehindert fliesst. Naja. Wieder zurueck im Hotel erzaehlen uns Ben und Yasmine2 aufgeregt, ein Lokal habe ihnen eine Tour des richtigen Garifuna Livingston gegeben. Wir wollen uns das auch ansehen, so machen wir uns kurz vor Anbruch der Dunkelheit auf in die hinteren Strassen und man sieht, wie sich das Gesicht der Stadt aendert.. keine Souvenierlaeden fuer die Touristen mehr, sondern Holzhuetten in deren gelbem Daemmerlicht man Waren ausmachen die von Motoroel zu frischen Tomaten und Babykleidung reichen. Alle Menschen sind schwarz, die aelteren Damen sitzen in gebluemten Baumwollkleidern mit Spitzenausschnitt auf Plastikstuehlen vor dem Haus, Kinder rollen Fahrradreifen die Strasse hinunter. Ausser Geschaeften und Wohnhaeusern gibt es vor allem eine weitere Gebaeudegruppe: Kirchen. Methodisten, Pentacostal,.. Ben und Yasmine2 war sogar der Vodootempel gezeigt worden. Ich bin neidisch. Je tiefer wir in das Viertel hineingehen, desto spaerlicher wird die Beleuchtung. Fast jedes Haus hat einen hohen Zaun, nicht selten mit Stacheldraht gespickt. Ploetzlich leuchtet etwas im Gras am Strassenrand auf, wir machen noch ein paar Schritte und kommen zu einem gruenen Feld das magisch mit blinkenden gelbgruenen Lichtern uebersaet ist, es scheint wie zum Leben erweckt: Gluehwuermchen.
Unsere Strasse endet im Meer. Kleine weisse Schaumkronen rollen gemaechlich den sich ihnen zuneigenden Palmkronen entgegen. Die Luft ist warm, auch wenn eine schwache Brise weht. Es stellt sich heraus, dass die Holzhuette zu unserer Linken ein Restaurant ist, das den Israelis empfohlen worden war. Eine alte Dame nimmt unsere Bestellung entgegen und warnt uns, es werde eine Weile dauern. Anderthalb Stunden spaeter bekommen wir das beste Essen ueberhaupt: gegrillter Fisch mit Kartoffel(?)puffern und Gemuese, sowie die typische Tapado Suppe mit Kokusnussmilch, Koriander, Maniok und einem weiteren gegrilltem Fisch darin. Es schmeckt koestlich. Auch mit verschnupfter Nase. Und es war auch noch eins der billigsten Essen.
Zum Nachtisch gab es Pfannkuchen, deren Aufnahmekapazitaet fur Sirup unbegrenzt zu sein schien, und Coco Loco, dh eine angebohrte Kokusnuss in die noch eine gute Portion Rum gegeben wird. Fuer mich nur Tee. Mit vollen Baeuchen sind wir dann nach Hause gewankt.

Regardless the grey storm clouds and the agitated sea, it was hard to leave Caye Caulker. But behind the next sea might be the next paradise, so make headway! Didn't work out great, since out water taxi had a problem with the engine and we had change onto another one in the open sea.
In Belize City we walked as fast as our legs could carry us and the huge backpacks, to the bus station. The city really meets our expectations: wodden houses are just rotting away on their stakes, it stinks and inch-deep holes open up in the pavement. Channels pass through the city like open sewers, everone throws any trash into them and nobody cares. Dodgy young men on bicycles give you a dark look, and you know that their clothes is just too good for them to have a decent job. The bus station (a euphemism) is a sandy area with a mesh wire fence around it, on which sad old American school busses wait for the customers. And we're about to spend 6 hours on one of them. They're no match for the new, airconditioned, comfortable express busses that carried us through Mexico. Also, the road seems to be tricky since every 30 minutes we pass a big truck, laying on his side.
During the entire ride, without even stopping for one minute, the local guy Berti told us about Belize. The different groups that live here (Creole, Garifuna, Maya, Mexican, Guatemalan, Chinese), the gangs, the drugs, the lazyness. And we know everything about his personal life.
Meanwhile we pass hills with thick tropical forests, almost untouched by humans. After what seemed like an eternity, we reach Punta Gorda and want to take the ferry to Guatemala. Well, if there only was one. Instead, Yasmine, me, and the Israeli couple (=Ben & Yasmine2) together with a Garifuna guy are the only passengers. And here we go over the darkblue sea, flying up the waves and diving them back down, our faces wet from froth. Finally arrive Livingston at dusk and check into the Hotel Rio Dulce, a very pretty two-storey wodden house with a large balcony from which, laying in the hammock, you can watch what's happening on the main road and chill away the day.
The next day was supposed to be a beach day, but the beach is highly underwhelming (no white sand, water blue and not turquoise), plus once again the sewers run directly into the shallow water.
Back at the hotel, out fellow travellers Ben and Yasmine come back excited from a quite interesting tour: a local guy had shown them the real, Garifuna, Livingston and left them completely amazed. So, we wanna see it too and start to walk away from the touristic main road. And how the face of this town changes: simple but nice wodden houses open up to show the various goods lit by yellow gas light, from baby accessoirs to motor oil to fresh tomatoes; all the people are black and the old ladies sit on the front porch in their cotton dresses with miniature floral patterns; kids roll bike tires down the road. The further we go, the less lit the street becomes. At one point, we see something light up at the side of the street. A few steps ahead, we get to a grass field which is covered in magically glowing green dots as if awakened to life: lightning bugs!
The street ends into the sea. Little white crestwaves slowly roll towards palm trees prone to them. It's dark now, but not cold, the air is warm even if a gentle breeze is going. The hut to our left turns out not to be someone's house, but a restaurant. An old Garifuna lady takes our order (well, she says: four portions? we answer: two, we're not hungry yet. and wonder, what the "portion" consists of) and warns us it might take a while. Never would we imagine what we got a good hour later: a big grilled fish with potatoe(?) pancakes and vegetables, and a typical soup called Tapado, which is made of coconut milk, coriander and other stuff of which we could only identify another grilled fish and maniok (?). It was delicious! And I couldn't even taste well due to my cold. In the end, she charged us almost nothing for this. To get dessert, we went and had the spongiest pancakes ever and Coco Loco, which is a coconut where they make a whole into and fill it up with rum. I had tea since I was ill. At the end of the evening, everyone went home with an overfilled belly.

Posted by PollyPanam 13:26 Archived in Guatemala Comments (0)

Rio Dulce, El Estor, El Remate

Wieder einen Reisetag verlebt. Musste leider die geliebte Haengematte aufgeben. Von Livingston mit dem Boot den Rio Dulce runtergefahren bis zur gleichnamigen Stadt. War am Anfang echt toll, hunderte von Voegeln kreisten ueber und um uns, um sich wie Kamikazeflieger ins Wasser zu stuerzen oder, dicht ueber der Oberflaeche dahingleitend, im Vorbeifliegen einen Fisch mitzunehmen. Es gab einen kleinen Stopp an einer Stelle, wo vulkanisch aufgeheiztes Wasser aus dem Felsen in den Fluss sickerte und an einer Gabelung, an der besonders viele Seerosen bluehten. War aber enttaeuscht, keine Manatis (Seekuehe) gesehen zu haben. War wohl zu positiv gedacht.

Auf dem Weg nach El Estor bei Finca Paraiso angehalten, um unter einem seltsamsten Wasserfall zu baden: einem Fluss im Dschungel schliesst sich von oben herabstuerzend heisses Wasser (auch hier ist Vulkanismus im Spiel) an, sodass man in einem Becken aus wechselnd warmen und kaelteren Wasser planschen kann. Bis auf die Fische, welche sich von den Touristen ernaehren, sehr angenehm. Den faulen Geruchs des Schwefels sollte man allerdings auch ausblenden.

Waehrend wir noch auf den Microbus (Minivan) fuer die Weiterfahrt warten, faellt der Blick auf die endlosen gruenen Weiden, wo indische Kuehe und Pferde grasen. Guatemala hat so ziemlich erfolgreich seinen Regenwald abgeschafft. Die Indianer (von ganz frueher) sind zu Cowboys geworden, mit cremeweissen Hueten, Hemd und Jeans. Wrangler muss einen recht grossen Absatzmarkt hier haben. Im Gegensatz dazu tragen die Frauen ihre Haare lang und zu Zoepfen geflochten, einen buntgewebten gestreiften Rock und ueber Tanktops einen kurzen Poncho aus, dazu kann man nur sagen, durchsichtigen Gardinenstoff in den grellsten Synthetikfarben. Und sie fahren Roller, auch gern man zu zweit. Stellt euch vor zwei Nonnen auf nem Roller zu sehen, ergibt ein aehnliches Bild.

Wir haben ein Hotel in El Estor, das direkt am See liegt und wirklich schicke Zimmer aus Massivholz hat (sogar Handtuecher uns Seife bekommen wir, ob das ein Wink ist), aber dafuer zahlen wir auch ordentlich (verhaeltnismaessig). Und das Wasser des Sees ist nicht kristallklar, wie es im Lonely Planet stand. Auf der Suche nach Unterhaltung begeben wir uns ins sogenannte Zentrum, wo die Leute einfach vor lauter Langeweile auf der Strasse rumstehen und die anderen Leute beobachten, die auch nichts zu tun haben. Wir sind da eine tolle Abwechslung, unser pinkes Elefantentum scheint noch eine ganze Spur heller zu strahlen (alle anderen Menschen stammen naemlich unverkennbar von den Mayas ab und wir sehen schon ne Ecke anders auch und sind auch 3 bis 4 Koepfe groesser). Ben schlaegt vor, ein typisches Getraenk zu probieren und auf einen Stapel Kisten weisend meinen wir, das muesse wohl Coca Cola sein. Genau das bestaetigt uns dann auch der Verkaeufer im Laden (der uebrigens max 12 Jahre alt ist) in Ruecksprache mit seinem Helfer (13 Jahre). Toll.

Nichts wie weg also am naechsten Tag, in einem weiteren Kraftakt stemmen wir uns in den Norden nach El Remate. Hier gibt es zwar nur eine Strasse (und Pferde, die wie grosse Hunde einfach darueber spazieren gehen), es liegt aber wiederum an einem See und die Atmosphaere ist netter. Unser Hostel hat eine Ueberraschung fuer uns parat: Dormzimmer ohne Waende! Denn wer braucht die schon wenn man auf eine Plattform unter einem Palmwedeldach ein paar Betten stellt.

Wir werden jetzt probieren, wie es sich darunter schlaeft (nicht allzu lange, denn um 5:30 am faehrt der Shuttle nach Tikal) und melden uns dann morgen wieder mit neuen Bildern und Berichten.

Posted by PollyPanam 17:37 Archived in Guatemala Comments (0)

von tikal nach coban

so fuehlt sich also regen an...

rain 14 °C

Nach einer halbwegs angenehmen Nacht, in der mich eigentlich nur die Hauskatze gestoert hat, weil sie kurzzeitig meinen Rucksack fressen wollte, klingelte bereits um 5 der Wecker. Wuerde man mir das zuhause zumuten waere ich bestimmt den ganzen Tag schlecht gelaunt, aber dort fehlt auch einfach die Motivation den Sonnenaufgang von einer Mayapyramide aus zu betrachten....
Gut daraus wure auch nix, erstens war es doch schon zu hell as wir in Tikal, einer der besterhaltensten Pyramidenanlage der Mayakultur, angekommen sind und zweitens hat es einfach nicht aufgehoert zu regnen, es wurde also einfach weniger grau. Toll.
Der Eintrittspreis hatte es dann auch noch in sich, der hat sich innerhalb von 5 Jahren einfach mal verdoppelt. Wir liessen uns trotzdem nicht entmutigen und wurden bereits im Parkeingang belohnt, es laeuft einem schlieslich nicht jeden Tag ein Ameisenbaer ueber den Weg. Weiter fuehrte uns der Weg mitten durch den Dschungel, an Tukanen und Spider monkeys vorbei ( einer war so nett und hat meinen Versuch ein Foto zu schiessen mit Urin bestraft, vielen Dank nochmal), die Bruellaffen und die unzaehligen Vogelsorten sorgten fuer die Akustik und Claudia versorgte jedes Lebewesen mit einem neuen Namen. Kurze Aufzaehlung: Die grosse Meerschweinratte, den Pickeltruthahn,pickeltruthan

pickeltruthan

die Rostmausvoegel... Fuer Unterhaltung war also bereits gesorgt bevor uns die aus dem nichtsauftauchenden Pyramiden den Atem raubten. Wir mussten eine (gefuehlt) endloslange Leiter hochklettern um zur Spitze zu gelangen, wurden aber auch mit einem grossartigen Ausblick ueber die gruenen Weiten des Urwaldes belohnt, nur die Spitzen der anderen Pyramien ragten aus der Masse der Urwaldriesen hervor und ab und zu konnte man gruene Papageien zwischen den Baumwipfeln fliegen sehen. Als wir uns von dem Anblick losreissen konnten zog es uns in den Mundo Perdido, einer Ansammlung verschiedenster Ruinen auf einem begrenzten Raum. Dort verloren wir lustigerweise auch Ben und Yasmine fuer eine Weile, tja, Nomen ist manchmal halt doch Omen ;)
So ging es halt weiter, Pyramide, wow, Affe, toll, Liane, schwing und und und... Irgendwann meldete sich unser Magen zu Wort, ich war kurz davor vor Hunger zu sterben, also machten wir uns auch auf den Heimweg nachdem wir die beiden Israelis wieder aufgesammelt hatten... Mein Magen knurrte immer lauter, Yasmine stimmte nahtlos mit ein und so fingen wir an uns ueber eine Stunde nur ueber Essen zu unterhalten. Tragischerweise fanden wir sogar ein paar Restaurants, die lagen leider aber absolut ausserhalb unseres Budget. Na super... gott sei dank wurden wir schlussendlich doch von einem Tortillasstand am Parkplatz gerettet, es war knapp!
Den Nachmittag verbrachten wir, wie am Vortag, auf der Restaurantterasse mit Seeblick, diesmal wurden wir leider nicht Zeuge eines Fussballspiels bei dem die Pferde an der Aussenlinie und die Schweine im Tor stehen, konnten allerdings ein Fahrradfahrer beobachten der sein Pferd hinter sich herzog.
Ein anstrengender Tag, deswegen legten wir uns wiedermal ziemlich frueh unter unser Moskitonetz, nachdem uns im Bad ein Skorpion ueber den Weg gelaufen ist und schliefen den Schlaf der Gerechten, bis die Katze sich ueberlegte sich diese Nacht einfach gleich zu mir zu legen. Nettes Viech.
Um kurz nach 5 am naechsten Morgen standen wir bereits wieder unten an der Strasse um den ersten Collectivo zu erwischen, schliesslich wollten wir den Bus um 6 nach Coban nehmen. Tja, auch in Guatemala laeuft sonntags alles etwas langsamer, der erste Microbus erschien erst um kurz nach 6. Der Bus war weg und wir standen am Bahnhof, ganz viele "nette" Maenner wollten uns doch den allerbilligsten direktbus nach Coban anpreisen, der aber einfach mal das doppelte von dem wirklichen Preis kosten sollte. Yasmine2 wurde so sauer, dass sie das Spanischsprechen verlernte, schlussendlich fanden wir aber doch noch einen 12sitzigen Minibus, welcher uns wenigstens mal ein Teilstueck, nach Sayaxchel, weiterbringen sollte. Ihr erinnert euch an das 12-sitzig? Zwischenzeitlich befanden sich 24 leute in dem Bus!! "Ach komm, jetzt passt doch echt keiner mehr rein!!" Tja, einer geht immer...
In Sayaxchel mussten wir uns mit dem Boot ueber den Fluss setzen lassen bevor die Reise weiterging... Ihr erinnert euch an die 24? In dem Bus befanden sich zischenzeitlich 29 Menschen. Wundervoll.
Diese idyllische Fahrt fuehrte uns an einem Haufen verdreckter Doerfer vorbei, ganz ehrlich, ich kann verstehen, dass es mit wenig Geld sehr schwer ist sein Heim ansehnlich zu gestalten, aber koennte man nicht doch eventuell den Muellhaufen neben seinem Haus wegraeumen?
Natuerlich war nicht alles schlecht, die Landschaft war atemberaubend, und haette es nicht so geregnet, waeren wir auch nicht so schlecht gelaunt, nach 8 stuendiger Hoellenfahrt, in Coban angekommen. Claudia war kurz davor den ersten Bus weiter nach Antigua zu nehmen, nachdem uns aber die netten Hotelbesitzer empfangen und wir den Nachmittag in einem huebschen Cafe an der Plaza central verbracht haben, ist unsere Welt nicht mehr ganz so wolkenbedeckt;)

Un egal wo die Sonne morgen scheint, wir werden sie finden.

Gruss nach hause

Yasmine1 :)

Anmerkung von Claudia:
Da wir den zweiten verregneten Tag (Valentinstag uebrigens) damit verbringen, von Café zu Café zu gehen und dort Kuchen zu probieren, sehe ich die Welt heute auch entschieden positiver. Koennte an der Ueberzuckerung liegen. Sehr leckere Kuchen uebrigens, der Einfluss deutscher Einwanderer des 19. Jh macht sich bemerkbar in der Auswahl: Kaesekuchen mit Schokolade, Erdbeerkuchen mit Sahne, sogar Schwarzwaelderkirschtorte!! Und gefruehstueckt haben wir heute im ehemaligen Café Tirol auf Holzstuehlchen sitzend, aus deren Lehne ein Herz ausgeschnitten war. Hat echt gut geschmeckt, der Milchreis mit Zimt und Bananen, danach getoastetes Brot mit Bohnenpaste, Ruehrei und darauf Salsa ranchera (=Tomatensauce wie vom italienischen Opa). Siehe Foto.

Fotos:Tikal: Temple

Tikal: Temple


street panorama

street panorama

torte

torte

rainy coban

rainy coban

desayuno economico im cafe fantasia

desayuno economico im cafe fantasia

group picture

group picture

Main Plaza

Main Plaza

view over treetops

view over treetops

Mundo Perdido

Mundo Perdido

stairway to heaven

stairway to heaven

view from temple

view from temple

Hallway

Hallway

Tree

Tree

Coati

Coati

Posted by yasmine769 17:07 Archived in Guatemala Comments (0)

Antigua

semi-overcast 20 °C

Nach einem letzten tollen Desayuno Economico im Cafe Fantasia haben wir Coban mit einem Bus der Marke Monja Blanca verlassen. Ironischerweise waren tatsaechlich weissgekleidetet Nonnen an Bord. Und der Fahrer sah aus wie ein Pilot in Uniform.
Kaum hatten wir einen Bergkamm ueberschritten, hoerte es auch endlich auf zu regnen, aus immergruenem Tropenwald wurden laublose Baeumhaine (ist wohl auch hier grad Winter) mit sonnenverbranntem Gras und Kakteen. Und endlich wieder Sonne!
Wir mussten in Guatemala City umsteigen, der Stadt von der wir nichts Gutes gehoert hatten. Angeblich geschehen hier taeglich 20-25 Morde, aber auch Entfuehrungen sind an der Tagesordnung. Es ist gefaehrlich, aber vor allem fuer Einheimische. Ich hab noch nie gesehen, dass so viele Haeuser mit Militaerstacheldraht gespickt waeren. Auch ohne dieses Accessoire ist Guatemala City ungefaehr so, wie man sich eigentlich Mexico City vorstellt: verdreckt, verstopft, versmoggt. Es besitzt die zusammenhaengendste Ansammlung der haesslichsten Ausgeburten der 60er und 70er Jahre Architektur und die Chicken Busses (von denen es hier jede Menge gibt) tragen ihren Teil dazu bei, dass man die Luft eigentlich nicht atmen kann.
Volcano close to Antigua

Volcano close to Antigua


In gut einer Stunde hat uns einer derselbigen aber auch schon nach Antigua gebracht und hier staunen wir nicht schlecht. Nach dem ganzen Matsch und Elend, sind wir auf einmal in der Schweiz. Wenigstens landschaftlich ueberziehen Kiefernwaelder Bergketten in verschiedenen Blautoenen. Antigua selbst ist die spanischte Stadt in der ich je war. Antigua: Arc with Volcan del Agua

Antigua: Arc with Volcan del Agua

Ehemals Hauptstadt unter den Spaniern, richtete ein Vulkanausbruch (in der Naehe stehen uebrigens 3 sichtbare Vulkane) im 18. Jahrhundert ziemlich viel Zerstoerung an, woraufhin die Hauptstadt woanders hinbewegt wurde. Dadurch blieb aber in Antigua die Kolonialarchitektur soweit erhalten, dass man wie in einem Open-Air Museum die Kopfsteinpflaster(!)gassen entlangschlendern kann. Auch wer neue Haeuser bauen will, muss dies im alten Stil tun, es gibt keine streunenden Hunde, kaum Bettler und man findet alle paar Meter im Zentrum Muelleimer.
Zum Essen kann man sich die ueblichen Tortillas mit Grillfleisch fuer nen Euro holen, oder aber auch Tapas mit Rotwein im gepflegten Ambiente geniessen, sogar italienisches Eis (das gar nicht mal so schlecht war) haben wir gefunden. Und unser Hostel "A Place to Stay" ist auch niedlich; der Besitzer Raoul gibt sein Bestes, damit man sich wohl fuehlt und das flauschige Hauskaninchen Lotti kommt einen im Zimmer besuchen. War allerdings schon komisch, das Tier morgens auf dem Weg zum Klo im Flur vorzufinden. Hallus? Lotti

Lotti

on the way to Chichicastenango

on the way to Chichicastenango


Heute sind wir zum angeblich sehr beeindruckenden Markt von Chichicastenango gefahren, wo Indiofrauen aus der ganzen Umgebung ihre Waren feilbieten: Stoffe in allen denkbaren Farben und Mustern (Tiere, Blumen, geometrische Linien), bemalte Holzmasken, Schmuck, Lederwaren und Essen. Chichicastenango: market

Chichicastenango: market

Es war eng und heiss unter den Planen, aber mit ein bisschen Durchhaltevermoegen konnte man ganz gute Preise erzielen.
In einem weissen Minibus ging's direkt weiter nach San Pedro am Lago Atitlan. view Lago Atitlan

view Lago Atitlan

Es hat geregnet und es war eine holprige Fahrt, aber wir sind gut angekommen. Zur Zeit residieren wir im Hotel Pinocchio mit Blick auf den See (von der Dachterrasse aus) und werden Morgen die diversen Moeglichkeiten, wie Vulkantrekking, Kayakfahren oder Ausreiten in Augenschein nehmen.

Posted by PollyPanam 17:46 Archived in Guatemala Comments (0)

San Pedro - Lago Atitlan

sunny 24 °C

Wir sind im Urlaub! Nach dem stressvollen Markt in Chichicastenango hat uns ein altbewaehrter Minivan ueber die Berge zum ruhigen San Pedro am Lago Atitlan gebracht. Eingekreist von hohen Bergkaemmen und Vulkanen, liegt dieser beschauliche Ort malerisch am Ufer des Sees. Das Stadtbild ist von Mayafrauen in traditionellen Gewaendern (der hiesige Stamm traegt ein buntgemustertes Wolltop, Hauptfarbe Lila, und einen laengsgestreiften Wickelrock, Hauptfarbe Blau, mit einem bunten Band um die breiteste Stelle des Hinterns) und Touristen in Flip Flops und Shorts gepraegt. Viele nette Cafes/Restaurants/Bars sorgen den ganzen Tag und auch etwas in der Nacht fuer Unterhaltung.
Lago Atitlan - Vista

Lago Atitlan - Vista

Die beste Unterhaltung aber war unser gestriger Ausflug: 4 Stunden Ausritt mit dem Pferd! Als unser Guide Jose mit den klapprigen Minigaeulen ankam, waren wir gar nicht so sicher, ob das so ne gute Idee war. Die Viecher sahen aus wie grossgeratene Ziegen. Etwas aufgeregt sind wir aufgestiegen (na, wie lange halten wir uns wohl darauf...) und schon ging's los. Im Nachhinein stellten sich unsere Sorgen als unbegruendet heraus, denn es waren durch und durch brave Tiere, die man sowohl hinterherlaufen als auch individuell steuern konnte (sich zum Beispiel zurueckfallen zu lassen um dann im Galopp wieder aufzuschliessen), auf Paraden nicht so hoerten aber sich im Westernstil gut lenken liessen und eine vierte Gangart beherrschten in der es sich wunderbar aussitzen liess. Nur Yasmines Pferd nahm im Vorbeigehen kleinere Straeucher mit, wodurch es sich den Namen Fresseline einfing. fresseline

fresseline

me on goat

me on goat

P2184933

P2184933


Durch die Gaerten und Strassen, am See entlang und den Weg zum Vulkan raufreitend, deutete Jose auf die verschiedenen Pflanzen und erklaerte uns den Kaffeeanbau. Teils geplant, teils wild in der Gegend wuchernd stehen hier die Kaffeepflanzen herum wie Unkraut. Die Bohnen werden geerntet, gewaschen, 5 Tage zum Trocknen in die Sonne gelegt, dann gemahlen, fertig. Kakau waechst hier uebrigens nicht, nur da wo der Boden feuchter ist, am Meer. yasmine on goat

yasmine on goat


Unser erster Stopp am Aussichtspunkt mit fantastischem Ausblick auf den See (das Haus war verlassen, man koennte es sehr schoen wiederherrichten - als Praxis beispielsweise) brachte uns nur ein wenig auf den Vulkan hinauf. Danach ging's verschiedene holprige und staubige Pfade entlang Richtung Strand. Leider lag auch hier soviel Muell rum, dass ich Yasmine nun ebenfalls den Titel der Umweltministerin verlieh. Sobald die menschlichen Siedlungen aber hinter uns lagen, waren wir allein in einer wunderbaren Landschaft voller Voegel und Eidechsen, links der dunkelblaue See, rechts die steilen Vulkane, Baeume, Straeucher, alles was so dazu gehoert. Nach einem erfrischenden Bad im See ging es leider auch wieder zurueck. Lago Atitlan with Volcano

Lago Atitlan with Volcano


Auf dem Rueckweg trafen wir - wie koennte es anders sein - Ben und Yasmine2, ebenfalls beritten. Auch sie vollauf begeistert von diesem Transportmittel. In Copan (Honduras) werden wir das nochmal machen. Ich wuerde ja auch gern heute nochmal, aber beim Hinsetzen merkt man doch deutlich, dass man laengere Zeit im Sattel war.horsebackriding

horsebackriding

Nach einem Fruehstueck im wunderbaren Cafe Atitlan (Casa del Cafe, man muss nur den bunten Kaffeebohnen auf dem Boden folgen) haben wir uns daher fuer Kanufahren entschieden. Rueber nach San Marcos, die angeblich schoenste Stadt am See. Da der Typ vom Paragliden seine Emails nicht richtig beantwortet. Schade.
my burger

my burger

coole Raupe

coole Raupe

Posted by PollyPanam 07:32 Archived in Guatemala Comments (0)

vom felsenspringen und anderem wagemut

sunny 25 °C

Wir sind zurueck in Antigua...

Und es war schon ein bisschen nach Hause kommen...

Aber erstmal der Reihe nach. In San Pedro liehen wir uns Kajaks aus und machten uns auf die ungefaehr einstuendige Ueberfahrt nach San Marcos, dem angeblich schoensten Ort am Lago. Wir schafften es auch ohne Kentern das Ziel zu erreischen, auch wenn Synchronitaet in unserer Ruderei nicht wirklich zu finden war. Vom Weiten erblicken wir die Felsen, gleich neben dem kleinen Ort, auf denen sich bereits ein paar Leute tummelten um den Ausblick und die Sonne zu geniessen.Ein Junge winkte uns hektisch zu und wollte uns unbedingt beim andocken helfen, wir banden unser boot fest und erklommen den Felsen. In ungefaehr 8 - 10m Hoehe erstreckte sich eine hoelzerne Plattform von der man, mit ein bisschen Mut, in den See springen konnte. Als ich oben stand kam es mir noch viel viel hoeher vor, aber gut, kneifen gilt nicht und ab ging es in die Tiefe... So eine sekunde freier fall kann schon lang sein ;) aber es hat auf jedenfall spass gemacht!
Claudia is mir natuerlich in nichts nachgestanden, spaeter meinte sie, eigentlich haette sie doch auch einen salto runterschlagen koennte,ich muss sagen, ich bin froh,dass sie die Idee erst hatte, als wir bereits sicher in unserem Hostel zurueck waren ;)
cliff jumping

cliff jumping

rope jumping

rope jumping

lake atitlan

lake atitlan

lake atitlan 2

lake atitlan 2

San Marcos an sich hat mich nicht wirklich umgehauen, zwar idyllisch am See gelegen und sehr still, erinnerte es mich doch eher an einen Cluburlaub fuer Yogaschueler, Hippies und solche die es noch werden wollen.

Am naechsten Tag verabschiedeten wir uns vom See und unserem Lieblingscafe,ich werde das Fruehstueck mit dem wundervollen Ausblick und den umherschwirrenden Kolibris vermissen.

Die Fahrt nach Antigua war mal wieder kurvig und dauerteEwigkeiten, aber auch daran gewoehnen wir uns so langsam.Als wir das Hostel erreischten wurden wir mit offenen Armen empfangen und machten uns auf die Suche nach Ben und Yasmine, deren letzter Abend vor ihrer abreise bevorstand. Etwas traurig waren wir schon gestimmt, scherzten, dass Ben der einzige Mann sei, der seine Flitterwochen mit drei Frauen verbracht hat und mussten leider feststellen, dass wir die Hochzeitseinladung nach Tel Aviv leider nicht wahr nehmen koennen, da wir zu dem Zeitpunkt wohl in Peru stecken werden.

Jetzt reichts aber auch wieder

Yasmine

fresseline

fresseline

little puppy

little puppy

breakfast

breakfast

colibri

colibri

Posted by yasmine769 08:18 Archived in Guatemala Comments (0)

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