A Travellerspoint blog

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Costa Rica

overcast 13 °C

Ich hoffe, ihr seid noch nicht muede von mir zu hoeren. Yasmine wird auch bald wieder nen Eintrag schreiben. Aber im Moment habe ich Langeweile. Und Internet umsonst. Eine toedliche Kombination, jedenfalls fuer die Nackenmuskulatur.

Wir sind mittlerweile in San Jose, der Hauptstadt Costa Ricas. Nachdem wir gestern noch am Strand aufgewacht sind und es morgens um 7 in Shorts und Top bereits zu heiss war, erscheint diese triste, dreckige, laute Stadt wie ein Faustschlag ins Gesicht. Oder als habe jemand das Licht schwaecher gedreht.
Wir sind eigentlich nur hier, um uns eine Tour zu einem der vielen hochgelobten Nationalparks Costa Ricas zu organisieren. Und da die heutige schon voll war, ergab sich ein Tag des Nichtstuns. Morgen werden wir jedoch um 6 Uhr abgeholt, mit dem Bus fahren wir zunaechst eine Bananenplantage besuchen, danach geht es weiter mit einem Boot durch die Kanaele der Mangrovenwaelder, wobei wir hoffentlich viele tolle Viecher spotten koennen (ganz oben auf der Punkteliste stehen Seekuehe, Faultiere und Schildkroeten), und uebernachtet wird in einer Huette im Wald. Nachts soll es noch einen Ausflug zum Strand geben, wo wir mit ganz, ganz viel Glueck Schildkroeten beim Eierlegen oder deren Babies beim Schluepfen zusehen koennen. Ist aber nicht Hochsaison, die Chancen stehen also eher schlecht, ueberhaupt eine Schildkroete zu sehen. Vielleicht gibt's coole Krabben. Es wird uebrigens mindestens 4 Tage dauern, bis wir uns wieder mit vielen neuen Erfahrungen und tollen Fotos zurueckmelden werden.

Wir koennen es kaum glauben, aber die Halbzeit unserer Reise ist bereits ueberschritten. Am Donnerstag (24.3.) geht unser Flug nach Lima, Peru, und damit verlassen wir Mittelamerika. Ein kleiner Rueckblick also, ueber einige wichtige Dinge, die wir in den letzten 2 Monaten gelernt und erfahren haben:

Transport
Viel einfacher, als man denkt. Sobald der Wunsch aufkommt, die Stadt zu verlassen ist auch ein Taxi\Collectivo\Chickenbus zur Stelle und der Gehilfe hat deinen 25kg Rucksack schon in den Kofferraum\aufs Dach gepackt. Echt fix. In Mexiko tragen einen komfortable klimatisierte Reisebusse, die locker mit europaeischen Standards mithalten koennen, ueber Nacht von einer Ecke des Landes zur anderen. Von Guatemala bis Nicaragua kriegt man muehelos einen flexiblen Minivan oder Chickenbus, die zwar nicht so bequem, mit weniger als nem Euro pro Stunde Fahrtzeit aber verdammt billig sind. Und man bekommt bei jedem Halt Essen und Trinken von lokalen Menschen angeboten. Nur am Sonntag faehrt fast nichts. Wir muessen unbedingt unsere Angewohnheit aendern, an diesem Tag zu reisen.

Sicherheit
Bisher wurde nix geklaut. Toi toi toi. Dafuer wurden verschiedene Gegenstaende von uns vergessen. Besonders oft Stifte und Kleidungsstuecke. Klar, es gibt die Geschichten von dem Taxifahrer der einen kurzzeitig entfuehrt, die Seitentasche, die im Bus ausgeraeumt wurde und sogar von maskierten Menschen, die zwei einsamen Radfahrern ihre Paesse abnahmen, aber diese Leute waren an ihrem Missgeschick massgeblich beteiligt. Meist fuehlt man sich (tagsueber), doch eher sicher. Vor allem, wenn vor jeder Bank in Copan 4 Kerle mit Shotguns Wache halten.

Medizinische Versorgung
Hatten wir bisher nicht noetig. Abgesehen von 3maligem Auftreten von heftiger Gastroenteritis, die innerhalb von 12 Stunden ueberstanden war. Ein Mysterium: Yasmine und Vanessa wurden an den Fuessen von fruchtfliegenaehnlichen Tierchen gebissen, ein Bluttropfen blieb zurueck und in den naechsten 5 Tagen schwollen die Fuesse an und die Bisse verwandelten sich in eiterverspritzende Beulen. War eklig, ist aber folgenlos abgeheilt. Ebenso wie die Schuerfwunden, die ich mir vom Volcanoboarding, Betonpfeiler und Surfen geholt habe und die mich aussehen liessen wie ein Verkehrsunfallopfer. Und Antibiotika, Antidepressiva oder Analgetika haetten wir wirklich nicht mitnehmen muessen. Die gibt's neben dem Paracetamol im Supermarkt.

Unterbringung
Haben alles ausprobiert, von der Luxusferienanlage mit Pool ueber einfache Holzhuetten, Haengematten und dem Fussboden, wobei die letztere Aktion sicherlich die unbequemste war, geb ich zu liebe Reise(leidens)genossinnen. Meist waren wir jedoch in liebevoll oder stylish eingerichteten Hostels untergebracht, die keine Wuensche offen liessen. Und das fuer 4 bis 6 Euro die Nacht. Mit Fruehstueck.

Essen
In Mexiko haetten wir noch ein paar Wochen gebraucht, um uns einmal durchs Menue zu fressen. Und noch ein paar, um uns zu merken wie das alles hiess. War aber toll, was man aus Tortilla mit Guacamole und Fleischkruemeln so alles machen kann. Danach wurde die Auswahl lokaler Gerichte etwas duerftiger: Chicken, Rice and Beans ist der ubiquitaer erhaeltliche und erschwingliche Favorit. Ausserdem auch Burger mit Pommes, das ess ich seit einer Woche einmal taeglich. In letzter Zeit leiden wir etwas unter der hiesigen Angewohnheit, alles zu frittieren was guenstig ist. Da denken wir gern an kulinarische Highlights wie Kokusnussmilch Tapado und Baleadas mit Shrimps, sowie das Hummermenue auf Caye Caulker zurueck. Sniff.

Einheimische
Sind meist freundlich und hilfsbereit, wenn man sie nach Informationen fragt oder mit ihnen plauscht. Einige auch ueber dieses Mass hinaus zuvorkommend ohne etwas dafuer zu erwarten. Die Maehr, von fremden Menschen in ihr Haus eingeladen zu werden konnten wir noch nicht verifizieren. Aber die Landbevoelkerung wuerde uns sicherlich aufnehmen, wenn wir nachts irgendwo stranden sollten. Mayabevoelkerung Guatemalas eher verschlossen und stur erlebt, kein Interesse an Konversation im Collectivo. Dafuer gruessen einen die Rastafaris in Belize und Bauern Nicaraguas umso freundlicher.

Backpacker
Ein sehr buntes Bild. Und vielleicht auch einer der interessantesten Aspekte der Reise: man lernt Leute aus aller Welt kennen. Und schaetzen, da sie in den meisten Faellen doch wegen derselben Ideen unterwegs sind. Oder komplett verrueckten Ideen, hier die Highlights zum Schluss:

Ein Unternehmen geerbt, das verkauft und von dem Geld um die Welt gefahren. Wiedergekommen und festgestellt, dass noch Geld da ist, daher weitergereist auf der Suche nach Bildung, fuer die man, den eigenen Regeln zufolge, sich anstrengen, bezahlen und eine Urkunde kriegen muss. Ausserdem das ehrgeizige Ziel gesetzt, alle (uebrigens 192 bis 194) Laender der Welt zu bereisen.

Gerade geschieden, Alter um die 50. Daher von San Francisco mit dem Fahrrad gen Sueden gefahren. Ziel: Panama.

Reise durch Zentralamerika angetreten. Nach 2 Wochen auf Utila Open Water gemacht. Mittlerweile seit 2 Jahren als Dive Instructor dort. Die Geschichte wurde mir mehrfach erzaehlt.

In Mexico mit zwei anderen Chaoten beschlossen, zu Fuss nach Sueden zu reisen. Aber leider Schuhe verloren und keine neuen gekriegt, da Groesse 46. Macht aber nichts, denn in Guatemala sind die Fusssohlen schon haerter als Holz. Ueberlegen, sich ein Huhn anzuschaffen, da man so zu Fruehstueckseiern kaeme.

Posted by PollyPanam 16:01 Archived in Costa Rica Comments (0)

Tortugero National Park

rain 33 °C

Den Park mit den giftigen Spinnen, Schlangen, Froeschen und hungrigen Krokodilen und Haien haben wir ueberlebt! Ein ausfuehrlicher Bericht folgt!

Und hier ist er auch:
Costa Ricas Reichtum, so wurde uns erzaehlt und so haben wir gelesen, beruht mehr oder vor allem auf einer vielfaeltigen Flora und Fauna als dass es hier imposante Ruinen verlorener Kulturen zu bewundern gaebe, wie es in den bisher bereisten Laendern der Fall war. Um diese ungezaehmte Natur zu bestaunen macht man sich also auf zu einem der unzaehligen Nationalparks.

Schon allein die Wahl viel recht schwer, denn will man jetzt Schildkroetenbabies schluepfen sehen, Tapire oder moeglichst viele bunte Schmetterlinge oder 3 Tage lang durch Nebelwald wandern und auf Tigrillos hoffen? Obwohl nur am Rande der Saison fuer das namensgebende Highlight, haben wir uns fuer den Tortugero Park entschlossen, denn "an der Karibikkueste", "eierlegende Schildkroeten", "nur mit dem Boot erreichbar" und "Garifunaessen" hoerte sich abenteuerlich schoen an. Und weil wir nicht zu spaet fuer unseren Flug nach Lima wieder in San Jose sein wollten, sind wir auf Nummer sicher gegangen und haben eine Tour gebucht. Richtig, liebe Eltern, wir haben 152 US Dollar an jemanden ueberwiesen der uns 3 Tage Transport, Bed & Breakfast und Touren durch den Park dafuer versprochen hat (alles selbst zu organisieren haette nur 100 Dollar verschlungen). Dafuer stand puenktlich um 6 Uhr morgens der graue Minivan vorm Hostel, die Schiebetueren oeffnen sich - und wir blicken in 10 freundliche Rentnergesichter. Das ist unsere Gruppe. Nett.

Tourguide und Minivanchauffeur Jack erzaehlt uns unterwegs ununterbrochen ueber Costa Rica. Nach seinen Schilderungen geht es den meisten Leuten hier deswegen so gut (Bildung und medizinische Versorgung stehen jedem frei zur Verfuegung, es gibt keine Einkommenssteur..), weil 1) keine Armee finanziert werden muss (lohnt sich bei 2,5 Mio Einheimischen, 1 Mio Gringos und 1 Mio Nicaraguer die die Bevoelkerung ausmachen auch nicht wirklich) und 2) sich die Bewohner eine goldene Nase an den Touristen verdienen. Und das schon ziemlich lange. Statt den Regenwald und seine Bewohner auszuloeschen haben sie gemerkt, dass sich viel mehr damit verdienen laesst, einen saftigen Eintrittspreis zu fordern (Nachhaltigkeit mal anders). Im Gegensatz zu den anderen Laendern Zentralamerikas scheinen hier auch nur Amerikaner oder Deutsche zu reisen, die meisten von ihnen 2 bis 3 mal so alt wie der durchschnittliche Backpacker und mit einem ordentlichen Budget ausgestattet.

Schon naht der erste Hoehepunkt, Jack hat im Wipfel eines spaerlich belaubten Baumes mit seinem Adlerblick und den 13 Jahren Erfahrung als Guide, ein graues Tierchen gesehen, ein Faultier! Es besitzt sofort die Sympathie der gesamten Reisegruppe, unter anderem da es nicht so unverschaemt schnell verschwindet wie der Rest der wilden Mistviecher. Also Ausloeser druecken und wieder rein in den Van. Jack erzaehlt jetzt, dass er eigentlich Ingenieur sei, sich aber irgendwann gefragt habe, was ihn wirklich gluecklich mache und nun sei er Guide. Man solle immer das tun was man will, nicht das was man soll. Wir drei auf dem Ruecksitz schauen uns betreten an.. Doch noch nach Panama?
Umsteigen in ein Boot. Jetzt geht es die gewundenen, von dichtem Dschungel gesaeumten Kanaele entlang zum Dorf Tortugero. Dschungel heisst uebrigens deswegen so und nicht Wald, weil man nicht durchgucken kann. Stimmt auch. Wenn nicht einige Wasservoegel, Kaimane und ne Schildkroete so nett waeren, regungslos am Ufer auszuharren, haetten wir rein gar nichts von der Wildlife gesehen.

In Tortugero nehmen wir ein solides Zimmer in einem Hostel in Beschlag und machen uns dann auf zur Walking Tour. Hier erfahren wir von unserem Guide Alonso noch etwas mehr ueber das Dorf, 1920 gegruendet, in den 60ern lebten 15 Familien hier, heute sind's 1500 Menschen, davon 90% direkt vom Tourismus abhaengig der vor allem wegen der Schildkroeten kommt. Aber die kommen immer weniger. Ca je 2000 Exemplare 3-4 verschiedener Rassen steuern das Stueck Strand aus aller Welt kommend an, um ihre Eier dort zu deponieren, dem groessten fuer sie geschuetzten Flecken Erde. Gerade mal 21 Meilen.
Achso, Tortugero liegt zwar an der Flussmuendung in das karibische Meer, allerdings kann man nirgendwo schwimmen, auf der einen Seite wegen der Haie und auf der anderen wegen der Krokodile. Wie unpraktisch.

Am naechsten Morgen startet unserer Bootstour durch die kleineren Kanaele. Alonso und der Kapitaen erspaehen Voegel und Schmetterlinge, ich spezialisiere mich eher auf Kaimane und andere Reptilien. Der Kapitaen will mich am Ende einstellen. Waer gar nicht so schlecht. Auf die Bootstour folgt eine "Wanderung" im Dschungel, wir werden dazu angehalten knoechelhohe Stiefel anzuziehen und die Erwartungen steigen. Werden aber ziemlich schnell enttaeuscht, denn die breiten Pfade und relativ kurze Strecke mutet eher wie ein Sonntagsspaziergang im Stadtwald an denn das Erkunden einer gefaehrlichen Wildnis. Obwohl wir einige bunte (=nicht anfassen) Spinnen, Eidechsen und sogar eine giftige Viper zu sehen bekommen. Und Spider Monkeys. Eine Mutter mit Kind laesst sich nicht beirren und steigt herab aus den Wipfeln, um auf meiner Augenhoehe, kaum mehr als nen Meter entfernt die besten Blaetter abzurupfen. Das war cool. Ansonsten will ich gar nicht anfangen von dem, was wir alles nicht gesehen haben.. Vanessa und ich waren nachmittags nochmal unterwegs, verbissen auf der Suche nach Froeschen, aber nichts, kein einziger! Dabei wuerde man doch gerade Froesche im Regenwald erwarten. War mir nicht bewusst, dass das Froschsterben schon so weit fortgeschritten ist.

Den spaeten Nachmittag laeuten wir (man bedenke, wir sitzen in einem klammen Kaff im Nationalpark, weit weg von der Zivilisation, dachten wir) mit Frozen Daiquiris auf der Terrasse der Budda Bar ein, den Blick auf den im Fluss spiegelnden Sonnenuntergang gerichtet waehrend hunderte schwarz gruener Schmetterlinge gen Norden fliegen. Nach dem ersten Cocktail folgt der naechste, dann der Thunfischcarpaccio und letztlich die hauchduenne Familienpizza. Drei Tage von Peanutbutter & Jelly Sandwiches zu leben oder Bohnenpaste auf Tortillas zu spachteln machen sich doch bemerkbar. Die Preise in Costa Rica aber auch. Nichtsdestotrotz huepfen wir abends beschwingt und barfuss durch den tropischen Regenschauer gen Hostelbett, es war ein schoener Abend.

Letzter Tag in Tortugero, es geht nochmal in die Kanaele, mittlerweile kennen wir uns ganz gut mit den Vogelsorten aus (ist wie beim Tauchen mit den Fischen, finden nur andere Fishnerds interessant) und haben den Blick geschaerft fuer die kleine Bewegung im Unterholz oder die Form die nicht ganz in die Umgebung passt. Aber keine Krokodile oder Seekuehe gesehen, noch nicht mal nen krueppeligen Frosch. Muede und schweigend treten wir die Rueckfahrt an. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Jack am Strassenrand haelt und fragt, ob wir die roten Froesche sehen wollten. Im Nu sind alle aus dem Wagen und in den Wald gesprungen und tatsaechlich, bei jedem Schritt huepfen keine feuerfarbene Punkte davon. Daumennagelgross und absolut niedlich. Kann mich kaum zurueckhalten, einige mitzunehmen, waere aber kein gute Idee schon wegen der roten Signalfarbe.. Haben aber den Tag gerettet :D

Posted by PollyPanam 16:47 Archived in Costa Rica Comments (0)

Lima

semi-overcast 26 °C
View Central & South America on PollyPanam's travel map.

Wie bereits gepostet ist Lima das neue Barcelona. Wenigstens der Bereich Barranco und Miraflores. Direkt am Meer gelegen in dem eine gute Menge Surfer auf die naechste Welle warten, goldenes Licht im diesigen Sonnenuntergang, welke Prachtbauten der Jahrhundertwende die langsam wieder in Stand gesetzt werden und coole Twens die auf der Terrasse den Tag mit einem Bier beenden. Und im Supermarkt kann man alles kaufen was man will. Stellt euch vor, das erste Mal seit 2 Monaten gabĀ“s Baguette! Noch dazu mit Kochschinken oder italienischer Salami und Parmesan belegt. So, wir werden jetzt den heimischen Pisco Sour probieren. Mehr News in Kuerze!

Posted by PollyPanam 16:49 Archived in Peru Comments (0)

Lima

Die Stadt der Koenige

semi-overcast 24 °C

Ola muchachos,

nachdem wir den heimischen Cusco sour probiert hatten und er uns etwas zu gut geschmeckt hatte war der naechste Tag etwas kuerzer fuer uns als eigentlich geplant...
so begnuegten wir uns damit unser Distrikt etwas genauer anzusehen, wunderschoene Altbauten in den unterschiedlichsten Stylen, gleich neben moderne Gebaeude und teilweise auch zerfallen Haeusern platziert.
Wir setzten uns in eine kleine Gruenanlage auf den Klippen ueberm Meer, schauten den Surfern zu, genossen ein erneutes Salamibaguette ( man muss ja schliesslich profitieren) und staunten ueber den Sonnenuntergang, welcher den nebligen Himmel in ein zartes rosa tauchte.
Rosa ist ja jetzt nicht wirklich meine Farbe, aber das hatte schon was!

Heute schauten wir uns dann auch noch weitere Teile von Lima an, mittels einer der modernsten Bussysteme ( welches uebrigens Metro heisst, obwohl es Busse sind) die ich bis jetzt benutzte. Das Zentrum ist durchaus eindrucksvoll, nett restauriert klassischen Gebaeude, saubere Plaetze mit Palmen zum Schatten spende...Natuerlich ist die Armut nicht ganz zu verstecken, auch hier tauchen neben den schoensten Gebaeuden zerfallene Baracken auf und einige der besonders anmutenden Eingangstore waren einfach mal zugemauert.

Erwaehnenswert ist dann auch noch eine Statue auf der Plaza San Martin,welche zum hundertsten Jahrestag der peruanischen Unabhaengigkeit eingefuehrt wurde. Ein reitender Freiheitskaempfer thront auf einem riesigen Sockel, auf der einen Seite eine weitere weibliche Statue, welche die Freiheit repraesentieren soll. Der Kuenstler bekam die Aufgabe ihr eine Flammenkrone aufzusetzen, auf spanisch also "Llama", aber irgendwie wurde das wohl falsch verstanden, den Kopf verziert jetzt naehmlich ein LAMA. Grossartig :)

In 2 Stunden verlassen wir Lima mit dem Nachtbus Richtung Norden an eine Kolonialstadt an der Kueste, wieder etwas surfen und mal sehen was uns sonst so wiederfaehrt.

Posted by yasmine769 17:20 Archived in Peru Comments (0)

Abstecher in den Norden und schnell wieder zurueck

overcast 14 °C

Hallo liebe Leute! Hatten fuer den Anfang der Woche einen Trip geplant in den noerdliche Teil Perus, namentlich Trujillo fuer die koloniale Altstadt, die Ruinen von Chan Chan und die surfbaren Wellen in Huanchaco. Entwickelte dann etwas anders als erwartet.

Dabei begann die Reise doch ganz gut. Um 23 Uhr fuhr unser Nachtbus der Cruz del Sur ab, laut LP die zuverlaessigste und sicherste Busgesellschaft. Das braucht man auf Nachtfahrten auch, denn ausser der Moeglichkeit nen Unfall zu bauen werden Busse auch gern mal ueberfallen. Es war wie in der ersten Klasse: breite gepolsterte Sitze die sich bis auf 10 Grad zuruecklehnen liessen, Essen & Trinken, Decke & Kissen sowie Fernsehen. Da informierte zunaechst ein Video ueber den Bus, unter anderem dass er GPS ueberwacht wird und man so ausserfahrplanmaessige Stops (wie zB bei Ueberfallen) mitbekommt. Vorm Losfahren wurden wir auch alle auf Video aufgenommen, damit man im Fall der Faelle was zum identifizieren hat. Da fuehlt man sich gleich viel sicherer.

Als Film lief uebrigens Charlie St. Cloud, der unfreiwillig nicht in die Sparte dieser jugendfreien, gehirnamputierten Weichspuel-C-Movies faellt, die man sonst im Bus gezeigt bekommt (Alvin and the Chipmunks, Marley & Me,..). Es wird staendig gesoffen, einige Pruegeleien tauchen auf und der bewusst in James Dean Manier zur Schau gestellte Hauptdarsteller Zac Efron (der mittlerweile 24 ist, Yasmine) hat Sex mit einer Toten auf dem Friedhof. Das lenkt dann auch von der lueckenhaften Handlung ab.

Zurueck zur Reise. Um 6 Uhr morgens haben wir sicher Trujillo erreicht, drehen ne Runde, fruehstuecken und machen uns auf zu den Ruinen die in der Gegend verstreut anzutreffen sind. Und das ganz dekadent im Taxi. Die Ausgrabungen sind beeindruckend: aus dem toten Wuestensand erheben sich schon in der Umgebung kilometerweit verfallene Lehmmauern, der Hauptkomplex ist rekonstruiert worden, sodass man sich neben den 12 Meter hohen Waenden ziemlich mickrig vorkommt. Einige Mauern sind mit maritimen Symbolen geschmueckt, unter anderem Fische, Pelikane, und Rautenmuster, die Netze darstellen. Ansonsten trifft man kaum auf ein lebendiges Wesen, die Gebaeude besitzen dieselbe aschgraue Farbe wie der Wuestensand aus dem sie schweigend herausragen. Es faellt schwer, sich in dieser lebensfeindlichen Umgebung die ehemals groesste Stadt Zentralamerikas vorzustellen.

Nachmittags erreichen wir recht geplaettet den Kuestenort Huanchaco. Und hier finden wir wieder einen Fehler im Lonely Planet, denn anstelle eines "verrueckten Fischerdorfes" sehen wir etwas Richtung Mallorca nach einer atomaren Katastrophe: krude, unschoene Haeuser reihen sich an eine kahle Kuestenstrasse welche die Stadt vom kahlen Strand trennt, fahles Licht dringt durch einen kalten Dunst, der Wind bewegt etwas grauen Sand; kurzum, es ist ungemuetlich. Die Wellen sind ganz ok, aber es ist wir fuehlen uns definitiv zu kalt, um ins Wasser zu gehen. Unser Hostel liegt dann auch etwas weitab vom Schuss, um ein Restaurant muessen wir nachts nen Kilometer die verlassene Hauptstrasse entlanggehen nur um spaeter zu unserem Dorm wiederzukommen, dessen Rueckwand aussen direkt an die Buehne eines Volksfests grenzt, sodass wir "Salsa die ganze Nacht" in voller Lautstaerke zu hoeren bekommen..

Anstatt also 3 Tage zu verweilen, machen wir uns am naechsten Tag sprichwoertlich aus dem Staub und kehren ins schoene Lima zurueck. Hier kann man naemlich ausgezeichneten Ceviche (die einheimische Antwort auf Sushi, nur ohne Reis) im grossartigen Punto Azul Restaurant bekommen, ausserdem allerhand peruanisches Kunsthandwerk im Mercado Indio ersteigern, durch die Wolkenkratzerschluchten von Miraflores schlendern und sich bei Muedigkeit mit einem richtig guten Kaffeegetraenk auf dem Sofa eines Cafes ausruhen. Auch die hiesige "Clubszene" durften wir kennenlernen, die Mitarbeiter unseres Hostels nehmen ihre Gaeste gern mit und passen auch auf, dass alle wieder wohlbehalten zurueckkommen. Nach halb durchtanzter Nacht gab's zudem einen Imbissstop auf dem Nachhauseweg: anstatt Doener bestellt man hier Kuhherzen am Spiess. Sehr lecker uebrigens.

Morgen verlassen wir allerdings Lima (haben das wenigstens vor, so wie heute eigentlich auch..) und begeben uns Richtung Sueden um hoffentlich mit Robben zu schwimmen, eine Oase inder Wueste zu besuchen und Sandduenen runterzuboarden.

Posted by PollyPanam 17:15 Archived in Peru Comments (0)

Galapagosinseln & Nasca fuer Arme

Islas de Balletas: von Seeloewen, Pinguinen und anderem Getier

sunny 32 °C

Kurzversion:

Das Hostel in Lima um 3 Uhr frueh verlassen (sniff) und den Bus nach Paracas genommen. Dort um 7 oder 8 Uhr morgens angekommen, in ein Boot verfrachtet und den Kandelaber (eine Figur, die wie die beruehmten Nasca-Linien in den Sand geschaufelt wurde) bestaunt, dann weiter zu den milchzahnweissen Felsen der Islas Balletas. Hier leben nur hunderttausende von Voegeln, hunderte Seeloewen und ein paar Pinguine. War wie in einen Dokumentarfilm geworfen zu werden, echt cool. Auf dem Rueckweg leider keine Delfine gesehen (dafuer eine ganze Armee an Anchovifangschiffen) und schon sassen wir im Bus nach Ica.

Posted by PollyPanam 15:04 Archived in Peru Comments (0)

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